Te Araroa 2024 - 2025

Der Te Araroa ist einer der vielfältigsten Fernwanderwege der Welt. Die Route schlängelt sich über hohe Bergpässe, um Vulkane, durch ursprüngliche Wälder, über weitläufige Ebenen, entlang von Flüssen und ländliche Gegenden und Städten. Auf seinen 3.000 Kilometern enthüllt der Te Araroa die einzigartige Schönheit der Landschaften von Neuseeland.

20.02. - 26.02.2025 Queenstown - Te Anau - Invercargill  (km 2.723 - 2.786) 

Um 8 Uhr trafen wir uns in Queenstown bei einem Shuttleservice, der uns zum Green-Carpark fahren sollte. Hier gab es eine Umgehungstrecke von 80 km, immer entlang der Straße, also nutzten wir sehr gern den Shuttleservice. Es gab noch einen Umweg, um Wanderer am Routeburn-Track abzusetzen. Und so bekamen wir noch zusätzlich eine Sightseeing-Tour durch die Berge. Kurz nach 11:00 Uhr ging es für uns auf den Green Stone Track los. Sehr ungewohnt für uns die moderaten Höhenunterschiede, die breiten Wege, einfach gut zu laufen. An die neuen Schuhe, ein anderes Modell, müssen wir uns erst gewöhnen, da das Profil nicht so breit, hoch und stabil ist. Am Nachmittag machten wir in der Green Stone Hut eine Pause. Jörg war etwas wackelig auf den Beinen und ihm war schwindlig. Nach der Pause beschlossen wir, doch noch weiterzugehen zur Taipo-Hut. Der Weg blieb moderat. Allerdings fing es an zu regnen, die Temperaturen fielen schnell, und es war sehr unangenehm, zu laufen. Wir erreichten eine große, weite Ebene, und es war schwer, den Weg durch das brusthohe Gras zu finden. Erschöpft und durchgefroren kamen wir an der kleinen Hütte an. Sie war bereits voll besetzt, so dass wir vor der Hütte unser Zelt aufbauen mussten. Es war eine kalte, regnerische Nacht und ich habe sehr gefroren. Jörg war sehr erschöpft.

Als am Morgen gegen 7 Uhr die Hütte frei geworden ist, gingen wir in die Hütte, um zu frühstücken und unsere Sachen zu packen. Für unsere Verhältnisse sehr spät, gegen 8:30 Uhr, machten wir uns auf den Weg. Schon nach den ersten Kilometern war klar, dass wir heute nicht bis zum Zeltplatz kommen würden, da Jörg große Schwierigkeiten hatte. Die Beine taten ihm weh, es fehlte einfach an Kraft. Der Weg war einfach zu laufen, kein großes Hoch und Runter, auch wenn wir manches Mal suchen mussten, dass wir den richtigen Weg fanden. Über kleine Bäche, sumpfige Wiesen, ging es Richtung See. Dort begann eine Gravel Road, so dass wir zügig vorankamen. Inzwischen kam die Sonne hinter den Wolken hervor, und es wurde wieder wärmer. Am frühen Nachmittag erreichten wir die Hütte. Wir waren alleine und legten uns für 1 Stunde hin, um Mittagsschlaf zu halten. Der Nachmittag verging schnell und am frühen Abend trafen drei weitere TA-Wanderinnen ein.

Wir standen für TA-Verhältnisse sehr spät auf, erst 8:30 Uhr. Als die anderen TA Wanderinnen weiter gelaufen sind, legten wir uns noch einmal hin. Nur leider war an Schlaf nicht mehr zu denken. Dieser Teil des TA gehört zu einem Naherholungsgebiet mit Wegen für Motorräder und Autos. Gegen 12 Uhr machten wir uns auf den Weg. Die drei Stunden bis zum Campingplatz liefen wir auf der Gravel Road. Wir suchten uns einen Platz auf dem großen Campingplatz und entspannten am Nachmittag. Jörg ging es langsam etwas besser.

Es war wieder eine sehr kalte Nacht, wir haben beide in unseren Schlafsäcken gefroren. Nach den gestrigen Gesprächen mit Locals haben wir beschlossen, bis kurz vor die nächste Hütte zu laufen. Es war ein schöner Weg entlang des Flusses durch Buchenwälder, sanft, hoch und runter, manchmal durch Gestrüpp, aber immer angenehm. Nachdem wir an einer Brücke aus dem Trail ausgestiegen und Richtung Gravel Road gelaufen sind, hielten wir unsere Hand raus und konnten unser Glück kaum fassen, als gleich das erste Auto anhielt. Es nahm uns die 30 km mit bis zum Highway und auch dort fanden wir innerhalb von 5 Minuten eine Mitfahrgelegenheit für die nächsten 30 km nach Te Anau.

Wir nahmen uns eine Kabine auf dem Campingplatz für die nächsten drei Nächte. Hier sortierten wir uns neu und beschlossen, die nächste Sektion zu überspringen. Die nächsten 100 km waren Farmland, Busch und sehr viel Matsch, so wie wir es von der Nordinsel kannten. Wir gingen noch einmal unsere Rucksäcke durch und packten alles, auf das wir verzichten konnten, in ein kleines Paket und schickten es nach Invercargill. Wir schliefen viel und aßen gut und hofften, dass wir uns schnell erholen und Jörg wieder zu Kräften kommt. Wir organisieren uns eine Busfahrt nach Invercargill. Dort blieben wir eine Nacht und flogen dann mit einem kleinen Flugzeug nach Stewart Island. Hier sollte Jörgs großer Wunsch wahr werden, noch einmal über Stewart Island zu wandern.

14.02. - 20.02.2025 - Wanaka - Queenstown (km 2.628 - 2.723)

Heute Morgen liefen wir bereits um 6:30 Uhr los, um in Wanka beim Bäcker noch lecker Pie, Croissants, Brownies und Kaffee zu frühstücken. Gut gestärkt ging es bei strahlendem Sonnenwetter immer entlang des Lake Wanaka Richtung Motatapu-Alpine-Track, die ersten 14 km flach und viel in der Sonne. Mittags machten wir eine Pause in einem Café und ließen uns die Pasta und belegten Sandwiches schmecken, bevor es in den nächsten Tagen wieder lediglich Fertignahrung gibt. Die nächsten 13 km ging es erst durch Farmland, dann stetig bergauf durch einen Buchenwald, der uns glücklicherweise etwas Schatten spendete, und dann immer entlang eines Hangs ging es steil hoch und runter Richtung Fern-Burn-Hut, eine sehr schöne und neue Hütte. Es war ein sehr heißer und sonniger Tag. Das Thermometer zeigte 28°. Der Wassertank an der Hütte war leer, so dass wir runter zum Fluss mussten, um Wasser zu holen. Jörg hatte die Hitze sehr zu schaffen gemacht. Ein mitwanderndes TA-Paar hat Magen-Darm-Probleme – der Albtraum in den Hütten und auf so einer Tour für alle Mitwanderer. Sobald wir auf den Hütten sind, desinfizieren wir ständig unsere Hände und schicken Stoßgebete gen Himmel, dass wir verschont bleiben.

Die nächsten Tage sind sehr herausfordernd. Es geht jeden Tag mehrfach sehr steil hoch, über sehr schmale Bergkämme und wieder sehr steil hinab. In diesen Tagen gibt es kaum gerade Strecken. Da es sehr heiß und sehr anstrengend ist, beschließen wir, jeden Tag nur eine kurze Strecke von Hütte zu Hütte zu laufen. Teilweise weht starker Wind, was mir auf den schmalen Bergkämmen Angst macht. Auch die Highland-Creek-Hut und die Rose-Hut sind neue und sehr schöne Hütten. Auch hier sind die Wassertanks leer. Glücklicherweise sind immer Wasserstellen/Bäche in unmittelbarer Nähe. Inzwischen sind auch andere Mitwanderer von dem Magen-Darm-Problem betroffen. Wir desinfizieren und hoffen.

Auf dem Weg nach Arrowtown hieß es über viele Kilometer: rein in den Arrow-River, raus aus dem Arrow-River. Glücklicherweise war es immer noch heiß, so dass uns die Füße vom kalten Wasser nicht abgefallen sind. Noch einmal ging es steil und lang nach oben, bevor wir in der Ferne Arrowtown erblickten. Der Weg in die kleine und sehr touristische Stadt Arrowtown zog sich noch einmal sehr lang hin. Glücklich und sehr erschöpft kommen wir auf dem Zeltplatz an. Eine große Portion Pommes mit viel Mayo, Krautsalat und glücklichmachender Kaffee mit Kuchen runden den Tag ab.

Am frühen Morgen fängt es an zu regnen. Wir hofften so sehr, dass wir noch trocken nach Queenstown kommen. Am Lake Hayes hatten sich dann die Regenwolken verzogen und wir konnten unser Zelt und unsere Regensachen bei einer Pause in der Sonne trocknen. Es ging dann entlang des sehr schönen Kawarau River Richtung Frankton. Da an einer Bushaltestelle, an der wir Pause machten, zufälligerweise ein Bus nach Queenstown hielt, kürzten wir die heutige Etappe um einige Kilometer ab. In Queenstown kamen wir im Haka-House-Hostel unter, wo wir zwei Nächte bleiben, um Wäsche zu waschen, viel zu essen, neue Schuhe zu kaufen und uns mit TA-Hikern bei guten Essen zu treffen.

06.02. - 14.02.2025 - Lake Ohau - Wanaka (km 2.517 - 2.628) 

Gut erholt starteten wir nach dem Frühstück von der Lake-Ohau-Lodge, für unsere Verhältnisse spät um 8:30 Uhr, in die nächste Sektion. Wir kamen zügig auf dem gut ausgebauten Weg voran. Durch einen schönen Buchenwald ging es 800m nach oben, Richtung Sattel. Danach wurde die Landschaft wieder gewohnt karg. Grashaine und Flussbetten durch die wir hindurch mussten. Heute hatten wir eine lange Strecke von circa 26 km, die wir gut schafften. Wir freuten uns, nach der obligatorischen Überraschung kurz vor Schluss (diesmal Morast und viele kleine Bächen) einen schönen Campspot zu erreichen. Heute Nachmittag hat es das erste Mal nach langem wieder geregnet. Am Abend regnete es nicht mehr, so dass wir im Trockenen unser Zelt aufbauen konnten, und da auch viel Wind vorhanden war, wurden wir nicht von Sandflies belästigt. Wir freuen uns, nach langem wieder mal in unserem Zelt schlafen zu können.

Wir starteten am Morgen bei tiefhängenden Wolken. Es ging 4 km durch eine riesige kahle Ebene, in der es nur Steine und kleine Grasbüschel gab. Unsere morgendlichen nassen Füße holten wir uns bei der Überquerung eines breiten Flusses. Wir fanden eine flache Stelle, die nur wadentief war, und sind so gut durchgekommen. Weiter ging es durch Ebene und Farmland. Nach einer Flussüberquerung und einem kurzen, knackigen Anstieg stand ein großer schwarzer Bulle vor uns. Unsere Herzen rutschten in die Hose. Zurück und eine andere Stelle suchen? Schwierig bei den steilen Hängen. Also allen Mut zusammennehmen und einer nach dem anderen schön langsam an dem Bullen vorbei. Er schaute schief um die Ecke und ließ uns durch. Was waren wir froh, als wir einige Entfernung zwischen uns gebracht hatten. Auch eine spätere große Kuhherde mit Jungen beäugte uns nur neugierig. Irgendwie sind die Kühe in Neuseeland entspannter als in Deutschland oder Österreich. Das ist uns auf der Nordinsel bereits erleichternd aufgefallen.

Heute nur eine kurze Strecke von 14 km, so dass wir bereits um 12 Uhr an der Tin Hut angekommen sind. Obwohl wir letzte Nacht beide sehr gut geschlafen hatten, waren wir sehr müde und verbrachten den Nachmittag in der Horizontalen. Am Nachmittag kämpfte sich auch die Sonne wieder hervor.

Der Weg am nächsten Morgen war schön breit und einfach zu laufen, die Sonne schien, es war warm und nicht zu heiß - ein wundervoller Tag.

Als wir über den Sattel kamen, hatten wir kurzfristig Internetverbindung. Hier erhielten wir die erschütternde Nachricht, dass vor ein paar Tagen, in dem vor uns liegenden Abschnitt, eine junge Hikerin tot im Flusslauf gefunden wurde.

Da wir erst mittags an der Hütte ankamen, beschlossen wir, hier zu bleiben und nicht in den nächsten schwierigen Abschnitt einzusteigen, da es für uns zu spät geworden wäre.

Heute war für mich der schlimmste Tag auf dem Trail: die Nachricht vom tödlichen Unfall einer jungen Hikerin vor ein paar Tagen im Fluss, der schwierige Weg im Wasser und an den nur fussbreiten Pfaden in den steilen Hängen, die Nachricht von einem weiteren schweren Unfall eines Hikers am Fluss.

Wir hatten im Vorfeld darüber gesprochen, dass es immer wieder zu schweren Unfällen kommen kann. So nah dran zu sein, ist eine andere Hausnummer. Den Wanderpartner des gestern schwer verunglückten Mannes haben wir heute im Wald, bei einem sehr steilen Aufstieg, wieder getroffen. Keine Wandererfahrung und einen viel zu schweren Rucksack. Jörg nahm ihm auf den letzten Kilometern etwas Gewicht ab und in der Hütte halfen wir mit Infos, Wasserfilter, Essen und Besteck.

Eigentlich wollten wir zur nächsten Hütte weiterlaufen. Durch unsere Hilfestellung haben wir aber zu viel Zeit verloren. So blieben wir hier in der Stodys Hut. Die Hütte ist alt und absolut rudimentär. Leider haben wir keinen Spot für unser Zelt gefunden, so dass wir drinnen geschlafen haben. Am Abend fing es an zu regnen.

Nach einer lauten (schnarchenden) und sehr unruhigen Nacht machten wir uns am Morgen bei Regen und dickem Nebel auf den Weg. Der Weg war breit und einfach zu laufen. In der schönen Pakituhi-Hut machten wir eine Mittagspause. Inzwischen kämpfte sich die Sonne durch und wir konnten unsere Regensachen trocknen und in kurzen Sachen weiterlaufen. Der Abstieg hatte es mehr als in sich. Es ging 1000 m hinab zum See. Es gab viele Kletterpassagen, die mir große Angst machten, die Sonne schien und es war sehr heiß. Als wir am See ankamen, hatte ich große Probleme mit meinem Beckenboden. Ich hatte Schmerzen und es ging noch 7 km entlang des Lake Hāwea, in der prallen Sonne. Leider war das Hotel ausgebucht. Wir konnten kostenlos auf dem Gelände zelten. Nach einer ausgiebigen Dusche aßen wir eine große Pizza und kauften für den nächsten Tag ein und krochen todmüde in unsere Schlafsäcke.

Nach einer ruhigen Nacht in unserem Zelt und einem guten Frühstück machten wir uns auf den Weg Richtung Wanaka. Mein Beckenboden hatte sich glücklicherweise etwas beruhigt, auch wenn es noch nicht wieder ganz in Ordnung war. Der erste Teil des Weges, immer entlang des Flusses und teilweise unter wunderschönen Bäumen hindurch. Auch heute war es wieder sehr heiß und sonnig. Wir machten Mittagspause in Albert Town, wo es eine fantastische Patisserie gab. Wir stärkten uns mit Salat, Käsekuchen, Brownies und Kaffee, und dann ging es weiter Richtung Wanaka, immer wieder entlang des Flusses und des Lake Wanaka. Wanaka ist sehr touristisch, und Jörg stellte fest, dass sich Wanaka verdoppelt hat. Riesengroße Anwesen und Häuser wurden in den letzten 20 Jahren neu gebaut. Wir fanden Platz auf einem Zeltplatz. Hier wollten wir einen Tag Pause einlegen, Wäsche waschen und wieder zu Kräften kommen. In der Nacht, bevor wir weitergehen wollten, ging es Jörg nicht gut, er hatte Magenprobleme. Wir beschlossen am Morgen kurzfristig, einen weiteren Tag dranzuhängen und uns auszuruhen.

31.01. - 06.02.2025 - Two-Thumb-Track - Lake Ohau (km 2.356 - 2.517) 

Nach einer guten Nacht in unserem Zelt und einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir mit einem kleinen Bus zum Einstieg in den Two-Thumb-Track. Gegen 10 Uhr liefen wir los. Wir wussten, dass uns in den nächsten Tagen sehr schnell fließende Bäche und Flüsse erwarteten, mit vielen Überquerungen und einem Berg mit dem höchsten Punkt auf dem gesamten Te Araroa. Zuerst ging es allerdings 3 Stunden durch ein großes Flusstal über viele Felsbrocken mit vielen Flussdurchquerungen. Der Weg über die Felsbrocken war gut händelbar, wenn auch sehr anstrengend für unsere Füße und unseren Kopf. Nach einem knackigen Auf- und Abstieg mussten wir noch einmal den Bush Stream überqueren. Von dieser Stelle haben wir viele wilde Geschichten gehört – wir haben die Durchquerung sehr gut geschafft. Trotz starker Strömung haben wir eine gute Stelle gefunden, nicht mal unsere Hosen sind nass geworden. Beim anstehenden Aufstieg hatte Jörg stark zu kämpfen, da er erschöpft war und ihm die Beine wehtaten. Wir machten Halt an der Krooked-Spur-Hut. Die Hütte war sehr alt und zu unserer großen Freude der Treffpunkt einer Kea-Familie. Jörg verbrachte den Abend draußen bei den Keas und spielte mit einem jungen Kea ausgiebig Verstecken und beobachtete, wie sie mit Steinen spielten. Ein Wanderer stellte am Abend sein Zelt vor der Hütte auf, kam allerdings nachts im Dunkeln auch in die Hütte, da die neugierigen Keas sein Zelt auseinander nahmen.

Morgens gegen 5 Uhr wecken uns die Keas mit ihren lauten Rufen und ihren Tänzen auf dem Dach. Es war eine große Freude, sie zu beobachten. Sie kamen sehr nah an uns ran und untersuchten neugierig alles, was mit uns zu tun hatte. Schweren Herzens verabschieden wir uns von ihnen und begannen den steilen 600 m Aufstieg. Auch heute hatte Jörg beim Aufstieg noch starke Probleme. Es fehlen ihm Kraft und Energie. Umso mehr freuten wir uns, dass nach zwei Stunden der Abstieg begann und wir durch eine weite Ebene laufen konnten, immer leicht hoch und runter. Es gab keine Bäume und Gebüsche mehr, nur noch knie-, teilweise hüfthohe Grasbüschel, durch die wir unseren Weg finden mussten. Nicht immer konnten wir die orangenen Marker sehen. Es gab wieder viele Bach- und Flussüberquerungen, immer wieder entlang des Bush Streams. In der Stone-Hut machten wir eine kurze Mittagspause, bevor es weiterging, Richtung Royal Hut. Diese Hütte war auch sehr einfach und hatte leider nichts Königliches. Die Hütte hat diesen Namen bekommen, nachdem Prinz Charles (heute König) und Prinzessin Anne als Kinder hier übernachteten.

Der Morgen begann nach einem ausgiebigen Frühstück, wie so oft mit einigen Flussüberquerungen und einem steilen Aufstieg, heute 600 m hoch zum höchsten Punkt des ganzen Te Ararora Trails. Wir überqueren den Sattel, gehen über lange, große Geröllfelder, und als wir den Kamm erreichten, verschlug es uns den Atem. Vor uns lag noch etwas hinter Wolken versteckt der große Gebirgszug mit dem Mount Cook. In der Ferne konnten wir den Lake Tekapo erkennen. Die nächsten drei Stunden ging es immer entlang des Bergkammes sanft hoch und runter. Nachdem wir bereits um 13 Uhr die Hütte erreicht hatten, beschlossen wir, hier zu bleiben und nicht weiterzulaufen. Die Camp Stream Hut ist eine sehr alte, windschiefe und sehr, sehr kleine Hütte, erbaut 1898. Die älteste Hütte, mit den kürzesten Betten, in der wir auf dem Trail geschlafen haben.

Am nächsten Morgen ging es immer entlang eines Flusses. Auf einmal erblickten wir am linken Hang ein Wallaby. Wallabys haben sich seit Kurzem von Australien nach Neuseeland verirrt. Nach einem starken Anstieg kamen wir auf eine Ebene. Hier gab es keinen Baum, keinen Busch, und die Sonne brannte, und so liefen wir insgesamt 18 km, bis wir am späten Mittag an einer Gravel Road ankamen. Unsere Füße brannten, die Sonne brannte auf unserem Kopf, und uns grauste vor den nächsten 12 km ungeschützt auf der staubigen Gravel Road. Was für ein großes Glück, das nach einer halben Stunde ein Pferdetransport LKW vorbeirauschte, anhielt und uns sehr kurzweilig die nächsten 10 km bis Lake Tekapo mitnahm. Lake Tekapo ist ein wunderschöner, kleiner Ort, allerdings überflutet von Touristen. Wir genehmigten uns einen Kaffee und ein großes Mittagessen, bevor wir uns darum kümmern die Fahrräder, mit denen wir weiter fahren wollten, einen Tag früher zu bekommen (was glücklicherweise klappte). Wir gingen zum Zeltplatz, wo wir einen staubigen kleinen Platz für unser Zelt fanden. Nach einer wohltuenden Dusche gingen wir einkaufen, um unsere Vorräte für die nächste Etappe aufzustocken. Am Abend fielen wir müde und gespannt auf den nächsten Tag in unseren Schlafsack.

Morgens um 8 Uhr trafen wir uns beim Fahrradverleih. Alles war schon vorbereitet. Unsere schweren Rucksäcke wurden mit dem Auto zum Lake Ohau gefahren. Als es losging, fiel uns mit Schrecken ein, dass wir Linksverkehr haben. Glücklicherweise fuhren wir nur eine kurze Strecke auf der Straße, bevor es auf den Fahrradweg ging. Die Sonne schien, es war heiß, und wir fuhren entlang eines Kanals mit türkisfarbenem, leuchtendem Gletscherwasser. Das Gebiet rund um den Mount Cook leuchtete aus der Ferne schneebedeckt. Ein wunderschöner Radweg entlang des Sees, mit Blick auf den Mount Cook und das Gebirge - unfassbar schön. Überwältigt von der Schönheit und der Erkenntnis, hier in Neuseeland an diesem Punkt zu sein und diese letzten Monate so zu erleben, flossen bei mir die Tränen. Ich war tief gerührt.

In Twizel angekommen holten wir bei der Post unser Paket ab, das wir von Wellington mit nicht benötigten Sachen Postlagernd hierher gesendet haben. Bei einem leckeren Mittagessen und Kuchen schauten wir durch, was wir aus dem Paket brauchten und was wir weiterschicken wollten Richtung Süden.

Nach dieser erholsamen Pause ging es weiter mit dem Fahrrad. Es war sehr heiß, immer entlang des Kanals und entlang weiterer Seen. Am Nachmittag kamen wir gut gelaunt und müde in der Lake-Ohau-Lodge an. Kurz entschlossen buchten wir uns ein Zimmer für zwei Nächte, inklusive Frühstück und Abendmenü, um uns den Tag darauf vom letzten Abschnitt und der fast 100 km langen Fahrradtour zu erholen. Wäsche waschen ist auch immer eine gute Option. Der Service und das Essen in der Lodge waren unfassbar gut. Auch gab es kleine Pools inklusive Blubberbläschen, um die Aussicht auf den See und die Berge zu genießen.

23.01. - 30.01.2025 - Auszeit Christchurch/Reise nach Geraldine

Wir ließen es uns gut gehen. Gutes Essen, viel Schlaf in einem weichen Bett, duschen, Yoga, Friseur. Wir kauften einen neuen Rucksack für Jörg, ein neues Trinkwasserfiltersystem und neue kurze Hosen. Micaelas Hose war viel zu groß geworden und Jörgs Hose war absolut runtergerockt. Eine Drohne fand mit Jörg auch einen neuen Besitzer. Wir freuen uns sehr über die Einladung von Dave zum Grillen. Hier trafen wir viele TA-Walker und wir hatten einen wunderschönen Abend und fühlten uns wie im Kreis einer Familie. Die Abreise Richtung Arthur’s Pass verschoben wir immer wieder, da die Wettervorhersage so schlecht war. Inzwischen erfuhren wir, dass stellenweise sogar Schnee gefallen ist. Da weiterer Regen angesagt war, beschlossen wir, den nächsten Abschnitt mit den vielen Flussüberquerungen und Flussumfahrungen (Rakaia River und Rangitata River) zu überspringen und direkt mit dem Bus nach Geraldine zu fahren. Bei den Umfahrungen mit privaten Shuttle-Bussen handelt es sich um Umwege von 60 km und 140 km, da die Flussüberquerungen nicht Teil des TAs sind und davor gewarnt wird, die Flüsse zu durchqueren. Sie sind sehr breit und tief und es kann Stunden dauern, sie zu durchqueren. Es besteht die Gefahr, dass man in der Mitte stecken bleibt, wenn das Wasser plötzlich steigt. Einige Hiker laufen die Strecke – für uns ist das nichts.

Auf dem Zeltplatz in Geraldine angekommen, schlugen wir seit Wochen das erste Mal wieder unser Zelt auf.

19.01. - 23.01.2025 - Boyle Village - Arthur´s Pass (km 2.097 - 2.213)

Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg. Die ersten Stunden ging es immer entlang des Boyle Rivers und immer wieder durch ihn hindurch. Schnell merkte Jörg, dass heute kein guter Tag für ihn war. Sein Rucksack war kaputt, das Metallgestell drückte sich an der Hüfte durch und schmerzte und auch fehlte einfach die Kraft. Eine TA Hikkerin lief uns über dem Weg und gab uns durch ihre positive Art wieder etwas Kraft (Danke liebe Sophie). Die letzten vier Wochen, mit den teils sehr schweren Abschnitten hängen uns doch ziemlich in den Knochen. Wir stellen fest, wir hatten uns in dieser Zeit nur drei freie Tage gegönnt, an denen wir nicht liefen, allerdings organisierten, packten, Wäsche wuschen, etc. Für uns zu wenig. Wir beschlossen, nach dieser Etappe eine Auszeit vom Laufen zu nehmen und den Trail einige Tage zu verlassen. Wir ergatterten die letzten freien Betten in der Hope-Kiwi-Lodge und schliefen erschöpft ein.

Der Morgen empfing uns mit empfindlicher Kälte und wunderschönen Nebelfeldern im Tal. Als die Sonne es über die Berge schaffte, wurde es schnell warm. Die erste Tagesstrecke ging es entspannt über Wiesen und schöne Waldwege am Lake Sumner entlang. Der zweite Streckenabschnitt war eine ziemliche Schinderei durch einen Wald, wir mussten uns durch Gestrüpp kämpfen und verloren immer wieder den Weg. Die letzten 1,5 km waren für Jörg kaum zu schaffen. Alle 200 m haben wir einen kurzen Stopp einlegen müssen. Was waren wir froh, nach 20 km endlich die Hurunui Hut erreicht zu haben. Essen und ein Nachmittagsschläfchen mussten sein. Wir sind durch.

Am Morgen mühten wir uns mit unserem Wasserfilter-System ab. Der neue Filter war erst zwei Tage in Benutzung und es ging kein Wasser mehr durch. Was für ein Albtraum. Erst der kaputte Rucksack von Jörg, dann unsere Erschöpfung und nun der Wasserfilter, den wir so dringend brauchen. Wir versuchten ihn auf dem Weg zur nächsten Hütte zu trocknen, das Granulat zu schütteln und kochten etwas Wasser ab, um überhaupt trinkbares Wasser zu haben. Das konnte allerdings nicht die Lösung für die nächsten Tage sein, so viel Gas hatten wir nicht. Nach einer kurzen Etappe durch den Wald und über Wiesen im Tal, kamen wir mittags an der Hurunui Hut Nr. 3 an. Wir wollten den heutigen Nachmittag nutzen um zu essen und zu schlafen und so wieder etwas zu Kräften zukommen. Am Abend haben wir den Filter wieder nutzen können. Was für ein Glück! Am späten Nachmittag zog ein Gewitter und viel Regen über uns hinweg. Wir haben heute beschlossen, bereits einen Tag früher diesen Abschnitt zu beenden und an der Morrison-Brücke auszusteigen und nicht über den Goat Pass und das sehr herausfordernde Mingha-Tal nach Artuhr´s Pass zu gehen.

Nachdem wir beschlossen hatten, den Trail zu unterbrechen, gingen wir frisch motiviert am Morgen los Richtung Kiwi Hut. durch breite Täler und schöne Buchenwälder ließ es sich heute leicht und gut laufen. Am Mittag wurde es schwieriger, als es ein Aufstieg immer entlang eines Baches gab. Als wir den Sattel erreichten, war ein wunderschönes Tal zu sehen. Aber bis wir dort ankamen, hatten wir einen sehr steinigen, sehr steilen Abstieg vor uns. Am Nachmittag erwartete uns dann ein Weg durch ein breites Tal, mit vielen Steinen, hohem Gras und ohne Wegmarkierungen. Der Weg war sehr anstrengend und sehr ermüdend und so freuten wir uns als wir am Abend in der Kiwi Hut noch einen Bettplatz ergattert. Da das Fenster in der Kiwi Hut kaputt war, war die Hütte voll Sandflies, so dass wir uns selbst für die Nacht mit Schutzmittel einsprühten.

Wir sind einfach nur noch durch und freuen uns, dass wir ab heute Nachmittag eine Pause einlegen können. Aber bis es soweit war, lagen noch Stunden des Weges durch Flussbetten mit viel, viel Geröll vor uns. Als Jörg von diesem schönen Tal Drohnenaufnahmen machen wollten, stürzte die Drohne zu Jörgs Entsetzen ab. Er suchte noch lange nach ihr. Vermutlich war sie in irgendeinem Baum im Wald gelandet, weil der falsche Modus eingestellt war. Jörg war am Boden zerstört. Nachdem wir das Flussbett endlich verlassen konnten, dachten wir das letzte Stück Waldweg schaffen wir mit links. Pustekuchen steil hoch und runter, der Weg war weggebrochen, wir mussten über Bäume klettern, und wieder hoch und runter. Hier begleiteten uns die ersten Keas für einen kurzen Augenblick - Jörg war so glücklich. So sehr hatte er gehofft sie endlich wieder zu sehen. Die letzten 3 km zogen sich über Stunden, bis wir komplett erschöpft, die Morrison Brücke erreichten. Zu unserer großen Freude hielt bereits nach 5 Minuten ein Auto und nahm uns die circa 15 km bis Arthur´s Pass mit. Hier tranken wir erst einmal eine große Tasse Kaffee, aßen Kuchen, bemitleiden uns selber und beobachteten die Keas. Die Keas versuchten den Café Besuchern etwas ab zu betteln, und wenn sie nichts bekamen, musste man aufpassen, dass sie es sich nicht einfach nahmen. Egal ob ein Stück Kuchen, eine Einkaufstüte oder ein Schuh. Wir holten unsere neuen Stöcke, Gaskanister und anderen Stuff ab, den wir online bestellt hatten. Hier trafen wir auch Dave aus Christchurch wieder, den wir schon oft auf dem Trail getroffen haben. Kurzer Hand konnten wir mit ihm und seiner Schwester nach Christchurch fahren, was wir dankbar angenommen haben. Vier Stunden nach unserer Ankunft in Arthur´s Pass kamen wir in Christchurch an. Am Empfang des Hotels beschwerten sich Leute, dass es dort so stinke. Wir schauten beschämt zu Boden und gingen uns schnellstmöglich duschen und unsere Sachen stecken wir in die Waschmaschine. Am Abend gingen wir Salat und Pizza essen und vielen glücklich in unser Bett.

12.01. - 18.01.2025 - Waiau Pass Track (km 1.978 - 2.097)

Nach einem letzten großen Frühstück in der Alpin Lodge in St. Arnaud machten wir uns gegen 10 Uhr auf den Weg Richtung Lakehead Hut. Ein schöner, entspannter Weg entlang des Rotoiti-Sees von lediglich 3 Stunden. Auf diesem Weg sprachen wir viel über unsere Eindrücke der letzten Tage und Wochen. Über Menschen, die wir getroffen haben, ihre Geschichten und auch immer wieder das Thema Rucksackgröße und Inhalt. Wir haben viele Leicht-Wanderer getroffen, deren Rucksäcke nur ein Drittel so groß waren wie unsere. Die uns bekannten Ausfälle der letzten Tage wie zum Beispiel Blutvergiftung und verletzte Knöchel ließen uns immer wieder bewusst werden, dass es nicht ein leichter Spaziergang durch Brandenburgs Wälder ist. Wir haben in den letzten Tagen immer wieder mitbekommen und gehört, dass Menschen ausgestiegen sind, weil sie körperlich und/oder mental an ihre Grenzen gekommen sind oder sich schwer verletzt hatten oder sogar mit dem Helikopter rausgeholt werden mussten. Das geht nicht spurlos an uns vorbei. Wir kommen allerdings immer wieder auf dasselbe Ergebnis. Auch wenn unsere Rucksäcke sehr schwer sind und sehr gut gefüllt, sind wir auch darauf eingestellt, in den Bergen und in den Hütten bei Regen und schlechtem Wetter bleiben zu können, und müssen nicht zwingend weiterlaufen, weil uns das Essen ausgeht. Wir haben so auch die Möglichkeit, eine Auszeit zwischendurch einzulegen, wenn wir merken, dass die Anstrengung zu groß für uns wird. Das gibt uns ein gutes Gefühl. An der Lakehead Hut angekommen, stellten wir unser Zelt auf und genossen die Sonne am Nachmittag, bevor es morgen wieder anstrengend wird.

Nach einer sehr kalten Nacht im Zelt starteten wir um 7 Uhr. Ein schöner Weg bei sehr schönem Wetter (nachdem nach 1–2 Stunden unsere Finger wieder aufgetaut sind), immer entlang von reißenden Bächen und Wasserfällen. Inzwischen sind wir wieder bei 1.250 Metern angekommen. Einmal rutschte ich im Bach aus und fiel ins Wasser. Glücklicherweise keine Verletzungen, lediglich einige blaue Flecken mehr. Wir merken, dass wir körperlich nicht mehr viele Reserven haben. Der ständige Hunger nagt inzwischen auch tagsüber an uns und wir bekommen ihn kaum gestillt. Zu Jörgs großem Verdruss rationiere ich die Nüsse und Schokolade, so dass sie bis zum Schluss der Tour reichen. Nach einem letzten steilen Aufstieg erreichten wir die Upper-Travers-Hut. Es verschlug uns den Atem, als wir das Tal mit der Hütte sahen: ein wunderschöner Anblick zwischen hohen Bergen.

Am nächsten Morgen erreichten wir nach einem kurzen, steilen Aufstieg den ersten Gipfel. Wir genossen den Ausblick bei unserem zweiten Frühstück und freuten uns über einen kurzen G4-Empfang. Es folgte ein sehr steiler Abstieg über Geröllfelder und durch den Wald, bevor wir die Westin-Sabin-Hut erreichten. Nach einer ausgiebigen Pause mit Kaffee und Riegel machten wir uns an den Anstieg Richtung Blue-Lake-Hut. Zu unserem großen Schreck ging einer von Jörgs Stöcken kaputt, wieder mal. Die Spitze war gestern schon kaputtgegangen, nun hielten die Fäden nicht mehr und man konnte den Stock nicht mehr ausziehen. Wir brauchten für den anstehenden Auf- und Abstieg jeweils zwei Stöcke. Nach einigem Hin und Her fanden wir die Lösung: Ich lief (wie schon teilweise auf der Nordinsel) mit einem langen und einem kurzen Stock. Immer entlang des Flusses mit atemberaubenden Wäldern und Geröllfeldern, Sicht auf die Berge, forderte uns dieser Weg und vor allem der letzte Anstieg unsere letzten Kräfte ab. Ich hätte keinen Schritt weiter geschafft. Wir waren inzwischen sehr froh darüber, dass wir die Hütten buchen mussten. So hatten wir mit Sicherheit einen Platz. Am Abend gingen wir noch zum Blue Lake. Dieser Gebirgssee ist der reinste See der Welt. Die Schattierungen gingen von einem hellen Türkis bis zu einem tiefen Blau. Leider haben sich inzwischen auch hier Algen angesiedelt. Dieser See gehört zu den heiligen Stätten der Maori.

Nachts hatte Jörg aus dem Fenster beobachten können, wie auf einmal im Nebel Lichtkegel in einem Baum an der Hütte hoch und runter tanzten und der Baum wackelte. Am nächsten Morgen klärte sich dann auf – es waren keine Ufos, sondern Possums, die aus einem Vorzelt Müsliriegel geklaut hatten (und tatsächlich einen Drybag geöffnet hatten, nicht durchgebissen).  Das schwedische Bruderpaar hatte die Possums in die Bäume verfolgt. Als wir sie fragten, wer gewonnen hatte, grinsten sie nur. Wir beglückwünschten sie, lachten uns alle schlapp.


Am Morgen starteten wir zum ersten Gipfel des Tages auf 1.500 m. Es war ein steiler Anstieg über viele Geröllfelder. Ich war nicht traurig, dass der Gipfel in den Wolken lag und wir nur einige Meter Sicht hatten. So sah ich die Tiefe nicht. Meine Höhenangst konnte sich so nicht voll entfalten. Der Abstieg zum Lake Constance war, wie erwartet, sehr steil. Auch der Lake Constance zählt zu den reinsten und saubersten Seen der Welt. Nachdem wir am See entlang gegangen sind und in ein sehr schönes Tal hinein, kam der Aufstieg zum nächsten Gipfel. Es ging sehr, sehr steil über Schotterfelder hinauf auf den Waiau-Pass auf 1.870 m. Die aus einigen europäischen Ländern gewohnten Zickzackwege sind in Neuseeland nicht sehr verbreitet. Hier kennt man meist nur straight bergauf, immer entlang der Falllinie, heute bei einem Anstieg von mindestens 45 Grad. Oben angekommen lichteten sich die Wolken, und wir hatten einen atemberaubenden Blick auf den Lake Constance. Auf den Berg hinaufzugehen, heißt auch, irgendwann wieder hinunterzugehen. Hier forderten uns Kletterpassagen einiges an Kraft und Mut ab. Unsere schweren Rucksäcke schoben von hinten, während wir versuchten, vorne Halt zu bewahren. Als wir das steilste Stück nach circa einer Stunde hinter uns hatten, kam noch ein vierstündiger Weg entlang von Wasserfällen und immer entlang des reißenden Flusses über große Geröllfelder und durch Wälder. Am Abend kamen wir sehr erschöpft in der Waiau Hut an. Da die kleine Hütte schon voll war, mussten wir unser Zelt draußen auf der Wiese aufschlagen. Diesen Platz haben wir zur Hauptstadt der Sandflies ernannt. Innerhalb von Sekunden waren wir schwarz umhüllt von diesen fleischfressenden, blutsaugenden, sehr kleinen schwarzen Tierchen. Nachdem wir es in unser Zelt geschafft hatten, beobachteten wir, wie innerhalb kürzester Zeit Hunderte dieser Sandflies sich zwischen dem Unterzelt und dem Oberzelt gesammelt hatten.Nach diesem sehr, sehr anstrengenden Tag schliefen wir erschöpft in unserem Zelt ein.

Am nächsten Morgen erlaubten wir uns  eine Stunde länger Schlaf und standen erst um 7 Uhr auf. Da unsere Mitwanderer die Hütte um diese Zeit schon verlassen hatten, breiteten wir uns in der Hütte aus und konnten ungestört von allerlei kleinem Getier in der Hütte frühstücken und uns für den Tag vorbereiten. Es war ein langer und sonniger Tag von 26 km, immer entlang des Waiau Uwha Rivers, in einem wunderschönen Tal, das sich weitete und über riesige Grasflächen erstreckte. Durch die Seitentäler sahen wir hohe, majestätische Berge, die teilweise noch schneebedeckt waren. Am Nachmittag kamen wir an der Anne-Hut an. Wir merken, dass die letzten zwei Tage mit den drei großen Bergen und den vielen Auf- und Abstiegen ihren Tribut forderten. Wir sind sehr müde und erschöpft. Nach einem Abendessen gingen wir schnell ins Bett.

Wieder ein wunderschöner, sonniger Tag, immer entlang des Boyle Rivers, durch sanfte Hügel, leichte Aufstiege, schöne Wälder und weite Täler und Wiesen. Dieser kurze Tag tat uns gut. In der Boyle-Flat-Hut verbrachten wir schlafend den Nachmittag und freuten uns schon darauf, diesen Abschnitt morgen zu beenden. Am Abend planten wir den nächsten Abschnitt Richtung Arthurs Pass.

Am letzten Tag dieses Abschnitts hatten wir eine schöne Wanderung, immer leicht hoch und runter entlang des Flusses, und bereits nach 3,5 Stunden sind wir in Boyle Village angekommen. Wir bekamen ein Bett im Education Center Boyle, einer Gemeinschaftsunterkunft mit Ferienlager-Flair. Unser Versorgungspaket wartete bereits auf uns und wir ergatterten jeweils eine Tiefkühlpizza, die uns sehr glücklich machte. Wir wollten zwei Nächte bleiben, um uns etwas zu erholen. Nachdem wir allerdings festgestellt hatten, dass auch hier Sandflies-City war und auch die undichten Fliegengitter nicht halfen, die Sandflies draußen zu halten, und auch keine Privatsphäre möglich war, nutzten wir den Nachmittag zum Wäschewaschen, um online neuen Stuff zu organisieren und um uns etwas auszuruhen und doch am nächsten Tag weiterzulaufen. Wir schliefen sehr gut in den sehr bequemen Betten.

04.01. - 10.01.2025 - Richmond Alpine Track (km 1.882 - 1.978)

Die Richmonds empfingen uns mit vielen Flussüberquerungen und einem Aufstieg durch einen wunderschönen Wald. Nach einigen Stunden erreichten wir die Starvell Hut. Von hier aus ging es weiter mit Kletterei und durch Schuttfelder. Am Kamm angekommen verschlug es uns die Sprache. Wir hatten klares Wetter und einen unfassbaren Weitblick über die Gipfel und in der Ferne sahen wir schneebedeckte Gipfel. Am Abend erreichten wir die Slaty Hut. Hier oben ist es empfindlich kühler geworden. Glücklicherweise haben wir einen Platz in einer Hütte bekommen, da es am Abend und in der Nacht viel regnete.

Leider gab es kein trockenes Feuerholz, so dass wir morgens bei 3°C aus unseren Schlafsäcken krochen und frühstückten. Durch die aufgehende Sonne und den steilen Aufstieg wurde uns schnell warm. Wir hatten Bilderbuchwetter für diese Strecke, die als schwierigster Abschnitt im Richmond-Alpin-Track bezeichnet wird, lange Wege über verschiedene Kämme, freie Kletterei mit unseren schweren Rucksäcken. Das hatte es in sich. Wir erklommen an diesem Tag zuerst den Mt. Little Rintoul (1.643 m). Der 250 m Abstieg über loses Geröll hat sehr lange gedauert und uns viel Kraft und Nerven gekostet. Nur leider war es damit nicht getan. Der Weg zum Gipfel des Mt. Rintoul (1.731 m) ging auch über loses Geröll, auf dem wir teilweise sehr schwer Halt gefunden haben. Als wir oben angekommen sind, sind bei mir die Tränen der Erleichterung geflossen. Nur leider viel zu früh. Nach einigen 100 m auf einem breiten Kamm ging es wieder über Geröllfelder hinab, 400 Höhenmeter auf 1 km Strecke. Überglücklich erreichten wir am späten Nachmittag die Rintoul Hut. Ein Bett war noch frei und nach einigen Überlegungen, ob wir das Zelt aufbauen oder in der Hütte bleiben, schlief ich im Bett und Jörg auf dem Boden. Draußen stürmte es am Abend und in der Nacht und es war sehr kalt. Im Nachhinein wäre die stürmische, kalte Nacht im Zelt vermutlich entspannter gewesen, da Jörg zwischen den stinkenden Stiefeln der TA Walker kaum ein Auge zu machen konnte.

Der Tag startete, wer hätte es gedacht, mit einem steilen Aufstieg durch Geröllfelder und einiger Kraxelei. Nach anderthalb Stunden erreichten wir die ersten Wälder, und es ging den ganzen Tag bergauf und bergab und am Ende einen sehr steilen Abstieg auf 400 Meter zum Fluss und der Mid-Wairoa-Hut. Da kein Platz mehr in der Hütte war, stellten wir unser Zelt auf. Wir badeten im Fluss, freuten uns sehr, Trailfreunde wiederzutreffen und neue kennenzulernen, und aßen unser Fertigessen von Radix (was wir sehr empfehlen können) und fielen um 20 Uhr sehr, sehr erschöpft in unsere Schlafsäcke.

In den Trail Notes stand geschrieben, dass manche Wanderer den ersten Abschnitt des Weges nach der Mid-Wairoa-Hut als herausfordernd empfinden können. Ich würde behaupten, das war etwas untertrieben. Kletterpassagen entlang eines schönen Flusses, den wir immer wieder überqueren mussten, ließen uns immer wieder das Herz in die Hose rutschen. Schmale Pfade, lediglich zwei Fuß breit, links die Felswand, rechts eine steile Böschung zum Fluss, einige Meter hinunter. Wir hatten bei trockenem Wetter und Sonnenschein großes Glück. Um wieviel gefährlicher es am darauffolgenden Tag bei strömendem Regen war, wollen wir uns erst gar nicht ausmalen. Nach sehr herausfordernden 5 Stunden erreichen wir die erste Hütte, die Top-Wairoa-Hut.

Als wir im Hüttenbuch sahen, dass mindestens zwölf Wanderer vor uns auf dem Weg zur nächsten Hütte waren und wir auch sehr erschöpft von den letzten Tagen waren, entschlossen wir uns, hier zu bleiben und uns am Nachmittag zu erholen.

Da am nächsten Morgen Regen angesagt war, standen wir bereits um 5 Uhr auf, um um 6 Uhr starten zu können, hoffnungsvoll, 2-3 Stunden in den Bergen und Geröllfeldern trocken zu bleiben. Leider setzte der Regen Punkt 6 Uhr ein, als wir starteten. Bei der Überquerung der Bergkämme ist es uns schwergefallen, die Orientierung beizubehalten, da wir in den Wolken waren und kaum Sicht hatten. Glücklicherweise waren die Bäche nicht zu stark angeschwollen, so dass wir nach 5 Stunden komplett durchweicht an der Hunters-Hut ankamen. Am Nachmittag verstärkte sich der Regen noch und es blitzte und donnerte ein paar Mal sehr heftig. Was waren wir froh, ein Bett in der Hütte mit Ofen und trockenem Feuerholz ergattert zu haben.

Durch den gestrigen Regen hatte es sich sehr abgekühlt. Wir starteten wieder über viele Geröllfelder in den Tag. Die Sonne kämpfte sich durch und wir konnten bald unsere langen Sachen durch kurze Sachen und Sonnencreme ersetzen. Es ging zwar nicht mehr extrem hoch und runter, dafür aber beständig, so dass wir gut ins Schwitzen kamen.

Geröllfelder, Bäche, Kletterpassagen, abgebrochene Wegkanten und viel Wasser auf den Wegen waren heute unsere treuen Begleiter. Die Porters-Creek-Hut entdeckten wir schon weit entfernt inmitten von Manuka-Büschen und -Bäumen. Wunderschön. Am Abend erreichten wir erschöpft die Red-Hills-Hut und freuten uns über ein Bett in der Hütte. Wir hatten den Ausstieg aus dem Mount-Richmond-Forest-Park erreicht. Was für eine traumhaft schöne Tour, die es in sich hatte. Hier wurden all unsere Erfahrungen, die wir in den Jahren davor gesammelt hatten auf die Probe gestellt. Früh am Morgen des 10.01. machten wir uns im Nebel auf nach St. Arnoud. Die letzten 12 km ging es dann wieder auf die Straße. Wir wurden von zwei wunderbaren Frauen in ihrem alten Van mitgenommen.

Wir freuen uns auf langes duschen, Wäsche waschen, ein richtiges Bett, viel und gutes Essen und hoffen, dass unser Versorgungspaket für den nächsten Abschnitt eingetroffen ist.

In der Alpine Lodge fanden wir das alles vor. Was für ein Luxus!

31.12.2024 - 03.01.2025 - Havelock - Pelorus-River-Track - Browning Hut (km 1.816 - 1.882)

Am frühen Silvestermorgen machten wir uns auf den Weg, die Rucksäcke waren durch das Essen für 12 Tage so verdammt schwer. Die erste Stunde ging es immer der Straße entlang, was sehr unentspannt war, da die Fahrzeuge an uns vorbeidonnerten. Es entspannte sich, als wir abbogen und über Gravel Road und Farmland mit vielen Zäunen und entsprechenden Übertritten weiterlaufen konnten. Am Nachmittag erreichten wir einen schönen Zeltplatz, inkl. kleinem Café. Die Neuseeländer feierten sehr entspannt und ruhig Silvester, die uns bekannte Böllerei gab es nicht (wie sympathisch), und wir schliefen kurz nach Mitternacht ein.
Nachdem wir den nächsten halben Tag angenehm hoch und runter gelaufen sind, erreichten wir den Pelorus-River-Track. Ab hier ging es die nächsten Tage immer entlang des Pelorus River hoch und runter, sehr schöne Abschnitte, manchmal mit etwas Kletterei, mit Hängebrücken, Regen, Sonne, vielen, sehr vielen Sandflies an der Captains Creek Hut, der wunderschönen und großen Rocks Hut, in der wir sehr nette Gespräche führen konnten. Am letzten Tag wollten wir bis zur Hacket Hut. Da Gewitter angesagt war und die Wolkenberge sich dunkel türmten, machten wir bereits am späten Mittag an der Browning Hut Schluss – eine gute Entscheidung, da ein heftiges Gewitter über uns hinwegzog, nachdem wir uns gemütlich eingerichtet hatten. Wir erlebten, wie schnell ein kleiner Bach bei einem Unwetter ansteigen kann, was uns dankbar machte, auf den Wetterbericht und Locals gehört zu haben.

23.12. - 30.12.2024. - Wellington über Picton - Queen Charlotte-Track nach Havelock (km 1.726 - 1.816)

Nach einer vierstündigen sonnigen Überfahrt sind wir gut auf der Südinsel angekommen. Wir haben uns sehr gefreut, als wir auf der Fähre TA Walker der ersten Tage auf der Nordinsel wiedergetroffen haben. Was für ein großes Hallo und viele Umarmungen gesorgt hat.  Da wir die Weihnachtsfeiertage alle unterschiedlich verbringen, haben sich unsere Wege wieder getrennt. Sicherlich werden wir uns auf dem Trail irgendwann wiedersehen.

Das Weihnachtsfest verbrachten wir recht unspektakulär in einem 4-Bett-Zimmer in einem Hostel und damit, Lebensmittelpakete für die nächsten Wochen aufzugeben, Video-Calls mit unseren Familien, mit viel gutem Essen und viel Schlaf. Am 26. Dezember brachte uns am Morgen ein Bootsshuttle zum Einstieg in den Queen-Charlotte-Track. Unterwegs sahen wir Pinguine und Komorane und der Kapitän erzählte uns noch einiges zu den Inseln und Besonderheiten der dort lebenden Tiere.
Was soll ich zum Queen-Charlotte-Track sagen? Einfach nur traumhaft schön. Breite und gut ausgebaute Wege, moderate Streckenlängen, gute Campingplätze, unglaublich schöne Aussichten in den Marlborough Sound, die wir auch ab dem zweiten Tag bei schönem und sonnigem Wetter genießen konnten. Wekas (eine sehr neugierige Vogelart) trafen wir immer wieder. Hier mussten wir sehr darauf achten, dass sie sich nicht an unserem Essen vergriffen und auch die Schuhe mussten wir nachts ins Zelt holen. Nach einem vierten, sehr heißen, sonnigen Tag kamen wir in Havelock auf unserem Zeltplatz an. Unser Essenspaket für den nächsten Abschnitt hing gemäß dem Tracking noch in Wellington fest. Was für ein Schock. Die nächsten Feiertage standen bevor und wir konnten nicht abschätzen, wann unser Paket ankommt, und so wussten wir auch nicht, wann es weitergehen kann. Wir richteten uns schon darauf ein, mehrere Tage hier aussitzen zu müssen. Und dann war es am nächsten Tag da. Was für eine Freude! Meinen Geburtstag starteten wir mit einem guten Frühstück. Tagsüber sortierten wir uns, verteilten den Paketinhalt auf unsere Rucksäcke und blockierten viele Steckdosen, um noch einmal alle elektronischen Geräte und Powerbanks aufzuladen, bevor es morgen weitergeht.



12.12. - 23.12.2024. - Whanganui über Levin und Waikanae nach Wellington (km 1.383 - 1.726)

Mit dem Bus sind wir 70 km weiter Richtung Palmerston North gefahren. Nach einer Nacht bei Trailangeln ging es am Morgen bei Nieselwetter in die ersten Ausläufer der Tararua-Range. 3 Tage, mit angenehmen Wegen, mal Gravel Road, mal Buschland und relativ wenig Matsch - für hiesige Verhältnisse ;-) Manchmal hatten wir das Gefühl, wir tauchen in Märchen-/Feenwälder ein. Es war teilweise durch die tiefhängende Wolkendecke und die dichten Bäume so dunkel, dass es an Dämmerung erinnerte, statt an Mittagszeit. Der letzte Vormittag hat uns nochmal einiges mit knietiefen Matsch abverlangt, danach gab es wieder wunderschöne helle Abschnitte mit vielen Flussüberquerungen.

In Levin sind wir bei Trailangel Geoff untergekommen und haben uns sehr gefreut, Walker vom TA wiederzutreffen. Wir haben die Zeit sehr genossen. Unsere neuen Schuhe waren bereits eingetroffen, so dass wir unsere alten Schuhe nach über 1.100 km feierlich entsorgen konnten. Von hier aus wollten wir nach zwei Nächten weiter, in die Tararua-Range, auf über 1.400 m, ein Track zwischen 4 und 6 Tagen. Wir hatten im Levin Sonnenschein und T-Shirt-Wetter, der Wetterbericht für die Berge sagte allerdings Schnee und Sturmböen voraus und eine explizite Warnung, nicht in die Berge zu gehen. Die Überlegung, das Wetter auszusitzen, verwarfen wir, da das schlechte Wetter anhalten sollte. Wir hatten bisher so ein großes Glück mit dem Wetter gehabt. Bis auf das Tongariro-Crossing haben wir nichts aus Schlechtwettergründen absagen müssen. So schade. Nun haben wir noch einen Ort für unsere Bucket List. (Nachtrag: Inzwischen haben sich in Wolken verzogen und von Levin aus konnte man die weißen Berge sehen).

Nach 3 Tagen fuhr uns Geoff nach Waikanea. Dort stiegen wir wieder in den Trail ein. Einen schönen, sonnigen Tag entlang des Flusses und immer wieder am Strand entlang nach Paekakariki, mit Blick auf Kapiti Island. Nach einer Nacht auf einem Zeltplatz ging es am Morgen bei Sprühregen und starkem Wind Richtung Escarpment Track. Wenn man keine Höhenangst hat, ist das ein wunderschöner Wanderweg, 200 m über der Küste, inkl. Hängebrücken. Bei schönem Wetter soll man auch einen sehr beeindruckenden Blick über die Tasmansee haben ;-)

In Porirua auf dem Campingplatz ergatterten wir noch zwei Betten in einem Mehrbettzimmer und mussten so unser Zelt nicht bei Wind und Regen aufbauen. Da sich das Wetter am nächsten Tag nicht beruhigte, haben wir uns den Luxus gegönnt und sind die letzten 20 km mit dem Zug nach Wellington gefahren, statt über eine 450 m hohe Bergkuppe zu laufen. 

Im Zentrum von Wellington frühstückten wir, lagerten die Rucksäcke im Hotel und machten uns an die ersten Besorgungen. Da ein Stock bei einem Sturz in den Ausläufern der Tararua-Range gebrochen war und der zweite Stock auch schon so verbogen war, dass er nicht mehr vollständig ausziehbar war, musste dringend ein Satz neuer Stöcke für mich gekauft werden. Jörgs Shirt hing am seidenen Faden, auch da musste Ersatz her. Nach den vielen Wochen in der Natur überforderte mich Berlinerin das beschauliche Wellington schon fast. Wir bezogen unser sehr großzügiges Hotelzimmer, breiteten unsere Rucksackinhalte überall zum Trocknen aus, wuschen unsere Wäsche und nutzten ausgiebig die heiße Dusche. Nun konnten wir die Planung für den nächsten Monat auch nicht mehr aufschieben. Es liegen 20 - 30 Tage auf der Südinsel vor uns, für die wir Essen planen und einkaufen müssen. Über 100 Müsliriegel, 8 kg Müsli und Haferflocken, 3 kg Couscous, ca. 50 Outdoor-Fertiggerichte, 1,5 kg Nüsse, Schokolade, Gummibärchen, div. Hygieneartikel kamen zusammen, die wir in 3 Paketen packen und an verschiedenen Standorten verschicken müssen, da es keine Einkaufsmöglichkeiten in dieser Zeit gibt. Berücksichtigen müssen wir dabei, dass wir bei schlechtem Wetter auch mal länger irgendwo festhängen und nicht weiterkommen und auch dafür Essen brauchen. Zuviel können wir allerdings auch nicht mitnehmen, denn wir müssen ja auch alles in die Rucksäcke packen und schleppen. Überlegungen, die uns einiges an Kopfzerbrechen verursacht haben. Wir werden berichten, ob und wie es geklappt hat. Nun hatten wir auch den Kopf frei und sind den letzten Abschnitt des Te Araros auf der Nordinsel bis km 1.726 gelaufen. 

Als wir am Endpunkt der Nordinsel angekommen sind, war es dann doch sehr emotional für uns. Am 10.10. sind wir am Cape Reinga gestartet. In den letzten 72 Tagen sind wir an 51 Tagen 1.228 km gelaufen. 498 km haben wir mit dem Zug, dem Bus und durch wunderbare Mitfahrgelegenheiten übersprungen. Wir haben in 378 Stunden 31.560 Höhenmeter geschafft und so manches Mal geschnauft, geflucht, gelacht, gestaunt, bewundert, geweint, gefreut und sind so dankbar, dass wir hier sein können.

In wunderbarer Begleitung einer Berlinerin, die in Wellington lebt, haben wir noch Zealandia erkundet, einen Schutzort für einheimische Pflanzen und Tiere. Danke, liebe Sunny, für diese schöne Zeit.

Mit der Fähre werden wir nun auf die Südinsel übersetzen - bye bye Nordinsel.

06.12. - 11.12.2024. - Whanganui-River von Whakahoro -  Whanganui (km 1.225 - 1.383)

„Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen“ (Epiktet) 

Dieser philosphischen Überlegung, aufgezeichnet von Epiktets Schüler Arrian, kann ich vollumfänglich zustimmen. Wasser gehört nicht zu meinen bevorzugten Elementen (außer im Spa-Bereich). Seit der Einweisung zu unserer Canyon-Kanu-Tour in Taumarunui war ich angespannt und habe schlecht geschlafen. Ich hatte Angst! Die Hinweise, wie wir uns verhalten sollen, wenn wir umkippen und auf Stromschnellen, die etwa 50/50 heißen, da die Hälfte der Boote umkippt, waren für mein Gemüt nicht hilfreich. Ich wusste, dass uns nicht viel passieren kann. Wir haben Schwimmwesten, wir können schwimmen, es ist ein Einsteigerfluss. Aber all dieses Wissen hat nicht viel geholfen, die Angst ist geblieben. Ich vorne im Kanu, immer fleißig am Paddeln, Jörg hinten am Paddeln und Lenken. Was war ich froh, dass der Größere und Schwerere hinten zum Lenken sitzen musste und ich so aus dieser Nummer raus war. Zwischendurch konnte ich immer mal wieder die Schönheit rund um den drittlängsten Fluss Neuseelandsgenießen. Rechts und links hohe Felswände, Buschland, Vogelgezwitscher, dazwischen die Zeltplätze und sonst nichts außer dem Wechselspiel zwischen ruhigem Fahrwasser und den Stromschnellen, die Rabbits genannt werden. Diese Rabbits hatten es teilweise ganz schön in sich. Wie eine Nussschale sind wir auf den Wellen über die Steine gehüpft, durch Buschwerk hindurch in einem irrwitzigen Tempo, das wir nicht steuern konnten. Ich wurde im vorderen Teil des Kanus zwar öfters klitschnass, umgekippt sind wir allerdings nicht. 

Am vorletzten Tag, in einem ruhigen Flussabschnitt, kam ein paar Meter vor uns, von links ein Reh. Es durchschwamm den Fluss, um auf der rechten Seite die Wiesen auf dem Berg zu erklimmen. 

 

Fazit dieses Abschnitts: Wir sind ein super Team. Allerdings wird es für uns in Zukunft keinen gemeinsamen Urlaub mit dem Kanu/Kajak geben. Jörg wünsche ich jetzt schon viel Freude dabei :-) 

 

In Whanganui konnten wir noch 2 Nächte bei den wunderbaren Trail-Guardians Rob und Georg verbringen. Wir wurden mit einer (für uns sehr emotionalen) Zeremonie empfangen. In dieser Zeremonie haben sich Rob und Georg in Te Reo und Englisch vorgestellt, ihre Berufung als Trail-Guardians erläutert und historische Hintergrundinfos gegeben. Wir hatten ein sehr schönes Zimmer mit eigenem Bad, wunderbares Essen und unbezahlbare mentale Unterstützung. Diese Stunden werden uns immer in Erinnerung bleiben, da sie eine Veränderung bei uns bewirkt haben. Wie Rob so schön erklärt hat: Wir sind jetzt keine Wanderer mehr, die über dem Boden, über das Land schwebend wandern, wir sind jetzt mit dem Land, den Menschen, der Kultur, den Lebewesen verbunden. Tiefen Dank für diese Stunden bei Rob und Georg.

28.11. - 05.12.2024. - von Taumarunui nach Whakahoro (km 1.051 - 1.225)

Einen langen, heißen Straßentag Richtung Owhango haben wir gut geschafft, bevor wir in einer einfachen Herberge ein Zimmer gefunden haben. Von hier aus ging es endlich wieder in den Busch, in die 42 Traverse. Die Berge haben uns mit tief hängenden Wolken und Nieselregen und diesmal auch auf angenehmen Wegen empfangen. Nach einigen Bach- und Flussüberquerungen haben wir am späten Nachmittag an einem Fluss einen wunderschönen Platz für unser Zelt gefunden. Am nächsten Tag, als wir bei strahlendem Sonnenschein wieder aus dem Busch kamen, sahen wir das spektakuläre Vulkangebiet vor uns. In großer Vorfreude gingen wir weiter Richtung Zeltplatz. Wir leisteten uns ein Zimmer, da die nächsten Tage mit dem Tongariro Alpine Crossing sehr anstrengend werden sollten. 

Tja, und dann kam es doch anders … Regen und Nebel. Wir verschoben auf den nächsten 

Morgen, leider keine Besserung und all uns bekannten Wetterdienste gaben uns keine Hoffnung. Einen so anstrengenden Aufstieg, ohne Aussicht auf einen Blick auf die Seen und Vulkangipfel? Da wir keinen Platz in der Hütte oder auf dem Zeltplatz bekommen haben, müssten wir 30 km im alpinen Bereich unterwegs sein. 

Wir skippten nach National Park, dort hatten wir für 2 Nächte ein Zimmer gebucht. Vielleicht gibt es in den Tagen doch noch besseres Wetter und wir können eine 1-Tages-Touristen-Tour machen? Von der Lodge aus haben wir die Gipfel leider nicht einmal sehen können, es blieb trüb. Wir entschieden uns schweren Herzens gegen das Crossing und nehmen es als Zeichen hin - wir müssen wiederkommen! 

Nach 4 freien Tagen und viel gutem Essen ging es wieder zurück auf den Trail, 2 Tage Richtung Whanganui River. Wir fanden mit einigen weiteren TA-Walkern einen guten Platz zum Zelten bei Trail-Angel Sharon, inkl. einem Frühstück in der großen Garage, bevor wir am nächsten Nachmittag auf dem DOC-Zeltplatz in Whakahoro ankamen. 

21.11. - 27.11.2024 - von Te Kuiti über Timber-Trail nach Taumarunui (km 890 - 1.051)

Nach den erholsamen 2 Nächten bei Simone und Daniel in Te Kuiti ging es mit Regenaussichten im Gepäck Richtung Mangaokewa River Track. Wir hatten für die gesamten 18 km mit 7-8 Stunden gerechnet. Nachdem der Eingang des Magaokewa River Track allerdings mit Absperrband für die „normalen“ Tagesausflügler gesperrt war, konnten wir ahnen, was auf uns zukommen sollte. Eine Mischung aus wunderschönem Märchenwald, mit breiten Wegen, hohen Bäumen, wunderschönen Wiesen, direkt am Fluss entlang und steilen, matschigen, rutschigen, ein Fuß breiten Wegen, die teilweise unterbrochen waren und wir so auf dem Hosenboten rutschend oder über Felsen kletternd überwinden mussten. Immer den Fluss in Sicht- und teilweise tosender Hörweite und teilweise bei strömenden Regen. Nach 10 Stunden (inkl. Pausen) erreichten wir das Ende des Trails. Wir hatten uns von hier aus eine Mitfahrgelegenheit zum Beginn des Timber-Trails organisiert, um die nächsten 40 km in einem Rutsch und auf der Straße zu umfahren. 

Als wir auf dem Ngaherenga-Campsite ankamen, holten wir uns schnellstens wärmere Sachen aus dem Rucksack. Von kurzer Hose am Nachmittag wechselten wir zu mehreren Schichten Kleidung. Es war windig und wir erwarteten in der Nacht lediglich 4 Grad. Hier trafen wir auch noch Trail-Bekanntschaften, die (wie die meisten TA-Walker) für den Timber-Trail die Mountain-Bike-Variante gewählt haben. Wir haben uns fürs Gehen entschieden. Was für eine Wohltat sollten die nächsten 4 Tage werden. Die Kiwi-Definition von Easy-Walk entspricht nicht immer unserer Definition von Easy-Walk, die Erfahrung haben wir schon öfter machen dürfen. Der Timber-Trail war tatsächlich ein deutscher Easy-Walk. Wir hatten breite Wege, kurze Streckenabschnitte (täglich zwischen 18 - 26 km) und hatten so Zeit und Muse, die Natur in aller Ruhe zu bewundern, den Vögeln zu lauschen und die Aussichten zu genießen. Die erste Nacht verbrachten wir etwas abseits vom Trail in der Bog-Inn-Hut - eine echte Grusel-Hütte. Die Hütte war sehr alt (aus den 1960ern) und dunkel, abgelebt, mit breiten Schlitzen nach Außen, mitten im Wald und der Warnung, dass man unter die Matten schauen soll wegen div. Nagetiere und dass in der Dunkelheit div. Nagetiere in der Hütte sein können. Hier habe ich gemerkt, wie sicher ich mich im Zelt fühle - im Zelt ist mein Safe-Space. Obwohl dort auch alles mögliche Getier reinkommen kann, der Wind es ordentlich durchschüttelt und es nachts oft feucht ist. Die nächsten zwei Nächte zelteten wir wieder auf einem Zeltplatz bzw. im Wald. Bis auf ein Zeitfenster von 2-3 Stunden, in denen uns die Mountain-Biker überholten und auf den Zeltplätzen waren wir allein und genossen diese entspannte Zeit. Der Timber-Trail befindet sich auf der Strecke des früheren „Central North Island Rail Trail“ und ist 84 km lang. 2013 wurde nach vielen Jahren des Ausbaus der Wander-/Radweg eröffnet. Er führt über 35 Brücken, inkl. 8 großer Hängebrücken. Ein wirklich wunderschöner Weg, um Zeit in der Natur zu verbringen und zusätzlich anhand der vielen Schautafeln mehr über die Geschichte und die Flora und Fauna der Gegend zu erfahren.

Die ersten 1.000 km sind geschafft - 1/3 unseres Weges durch Neuseeland, vom Cape Reinga nach Bluff.

Wir haben uns 2,5 Tage in Taumarunui in einem kleinen Motel erholt, haben die nächsten 2 Streckenabschnitte geplant, an einem Sicherheitstraining für die Tage auf dem Whanganui River teilgenommen, Essen für die nächsten 14 Tage geplant und gekauft und viel und gut gegessen, geduscht und geschlafen. Morgen früh geht es weiter Richtung Tongariro Crossing, einem aktiven Vulkangebiet, auf das wir uns schon sehr freuen.

12.11. - 20.11.2024 - von Auckland über Hamilton nach Te Kuiti (km 600 - 890)

Nach einer angenehmen Zugfahrt kamen wir mittags in Hamilton an. Eine angenehme Laufstrecke von lediglich 12 km durch Industriegebiet und danach Farmland führte uns zu einem Café mit einem schönen Sommergarten. Dort konnten wir unser Zelt zwischen den Tischen für die Nacht aufstellen und Strom und Sanitäranlagen kostenfrei nutzen. Am nächsten Morgen starteten wir mit einer langen Straßenstrecke, da der Fluss, an dem unser Weg langführte, Hochwasser hatte und alles matschig war. Nach einigen Kilometern ging es stets bergauf über Schafsweiden, vielen Schafsweiden, und dann doch noch an dem von mir herbeigesehnten idyllischen Spazierweg entlang eines Flusses.

Da Regen angekündigt war, starteten wir den Aufstieg zum Gipfel des Pirongia (959 m) bereits um 6 Uhr am Morgen. 30 min nach unserer Ankunft in der Hütte begann es zu regnen und zu stürmen. Wir entschlossen uns, den nächsten Tag mit angesagtem Starkregen und stürmischem Wetter auf der Pahautea-Hütte auszusitzen. Ein trockener, wenn auch kühler Ort. Beim Abstieg hatte sich der Pfad glücklicherweise von einem Bach wieder in einen Matschweg verwandelt und wir konnten gut Richtung Trail-Angel Jo´s Funny Farm absteigen. Hier gab es Betten in einer Garage und sehr leckeres Essen und Eis. Der Blick auf den Pirongia begleitete uns noch die nächsten Tage.

Gut erholt ging es auf den nächsten langen Tagesabschnitt über 35 km Richtung Waitomo. Eine sehr schöne, abwechslungsreiche und auch sehr kräftezehrende Strecke. Die 35 km waren zu lang für uns. Am Nachmittag, 8 km vor Waitomo, kurz nach einer Flussdurchquerung versagte Jörgs Körper, nichts ging mehr. Jörg saß am Wegesrand, übergab sich und es ging keinen Meter mehr weiter. Glücklicherweise fand ich ein paar Meter weiter einen Platz, um unser Zelt aufzubauen. Im Notfallbeutel hatten wir noch eine Elektrolyt-Glucose-Mischung, die ich Jörg gab und nach einigen Bissen und einer Nacht mit tiefem Schlaf konnten wir am Morgen unseren Weg nach Waitomo fortsetzen. Was für ein Schreck. Nach einem ausgiebigen Frühstück sprachen wir unsere Streckenplanungen, unsere Pausenzeiten, unsere Mahlzeiten durch und überlegten, wie wir das alles noch verbessern können, um in Zukunft solche Ausfälle zu verhindern. Am Nachmittag unternahmen wir noch einen Ausflug in die Glühwürmchen-Höhlen, für die Waitomo weltberühmt ist. Vor einigen Monaten hatten wir geplant, eine Ganztagstour durch das Höhlensystem zu buchen. Von dem Wunsch haben wir uns nach dem vorherigen Tag verabschiedet, da wir so einen Kraftakt zur Zeit nicht vollbringen konnten. Lieber eine kleine Touristentour mit dem Boot und dafür Zeit zum viel und gut Essen, in der Sonne liegen und schlafen. 

Bei schönstem Wetter konnten wir am Morgen den 15 km Pehitawa-Track Richtung Te Kuiti starten. Eine sehr abwechslungsreiche, schöne Strecke, mit netten Begegnungen mit Menschen und neugierigen Kühen und abschließendem Kaffee und Salat in einem empfohlenen Café. In Te Kuiti haben wir Trail-Bekannte wiedergetroffen, eine wunderschöne Unterkunft bei einer sehr netten Familie in ihrem schönen Haus und Garten gefunden und ruhen hier einen Tag aus, bevor es weiter Richtung Timber-Trail geht.

09.11. - 11.11.2024 - von Dome Valley nach Auckland (km 506 - 600)


Wir sind kurzentschlossen von Warkworth mit dem Bus nach Auckland gefahren. Der letzte Tag lag uns zu sehr in den Knochen. Wir haben im Zentrum von Auckland ein kleines Zimmer in einem schönen Hotel gefunden und uns erstmal ausgebreitet: Zelt trocknen, Wäsche waschen, duschen, duschen, duschen. Beim Friseur waren wir auch. Wieder sauber, satt und ausgeschlafen, haben wir viel über die letzten Tage und den nächsten Abschnitt nachgedacht. Was leitet uns bei der Planung der Abschnitte? Inwiefern lassen wir uns durch den Wetterbericht zur Eile drängeln? Ist es ok, Abschnitte zu überspringen, weil die viele Straßenlatscherei zu heftig und anstrengend ist? Was verpassen wir? Was ist mit unserem Ehrgeiz, den ganzen Weg zu laufen? Schaffen wir die Strecke in der uns zur Verfügung stehenden Zeit? Was machen die Erzählungen der anderen Thruhiker mit uns? Sind wir noch Thruhiker, wenn wir Abschnitte überspringen? 

Nach den ganzen Überlegungen und viel leckerem Essen und Kaffee haben wir den Entschluss gefasst, einen Abschnitt zu überspringen und morgen früh mit dem Zug nach Hamilton zu fahren, da zwischen Auckland und Hamilton zu viele Vororte und Straßen sind. Nach Hamilton geht es wieder für längere Zeit in die Natur und in die Berge. Nach 2,5 Tagen in der größten Stadt Neuseelands freuen wir uns wieder sehr auf Ruhe, die Weite, die unfassbare Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen. 

04.11. - 08.11.2024 - von Whangarei nach Dome Valley (km 401 - 505)

Morgens 9 Uhr holte uns ein Wassertaxi am Hafen ab (ein Traktor kam mit einem Motorboot auf dem Anhänger an) und fuhr uns auf die andere Seite der Bucht. Wie bestellt sind kleine Pinguine und eine eine Gruppe Delfine an uns vorbei geschwommen. Später, als wir auf der anderen Seite waren, sprangen die Delfine noch aus dem Wasser. Mit offenen Mündern standen wir am Pier. Entlang einer großen Raffinerie ging es für die nächsten Stunden immer am Strand lang. Wegen der Flut mussten wir den ganzen Vormittag durch weichen Sand laufen. Am frühen Nachmittag erreichten wir Waipu und haben unsere Vorräte aufgefüllt und uns über Sandwichs und Salat in einem kleinen Café hergemacht, bevor es weiter zum Camp Waipu Cove ging, einem langen Tag über 30 km. Nach einem Ruhetag ging es weiter Richtung Mangawhei. Als wir am Nachmittag durch den Ort liefen, hupte es plötzlich hinter uns. Ein kleines Auto mit einem Pärchen hielt an und fragte uns, ob sie uns mitnehmen könnten, und luden uns spontan zu sich nach Hause ein. Hier haben wir italienisch-türkische Gastfreundschaft in Neuseeland erleben dürfen. Leckere Spaghetti Aglio e Olio und Gözleme und eine wunderschöne Geschichte: Jessica ist vor einem Jahr den TeAraroa gelaufen und Jaja hat sie mit dem Auto ein Stück mitgenommen. Nach einigen Wochen ist Jaja Jessica nachgefahren und ein Stück den TeAraroa mitgelaufen. Nun leben beide glücklich zusammen in einem kleinen Haus und möchten ihr Glück mit anderen TA-Walkern teilen. 

Jessica fuhr uns am nächsten Tag zum Strand und weiter ging es Richtung Pakiri. Wir konnten uns für die 20 km Strand viel Zeit lassen, da einige Flussüberquerungen dabei waren, die wir nur bei Ebbe laufen konnten. 

Am nächsten Morgen ging es dann wieder in den Busch und die Berge. Wir mussten uns entscheiden, ob wir 3 kleinere Abschnitte laufen oder 2 große Abschnitte (2 × 25 km). Nachdem uns gesagt wurde, es ist in zwei Tagen zu schaffen, und wir auch nicht mehr viel Essen dabei hatten, war unsere Entscheidung gefallen. In den TrailNotes stand was von „der Weg führt am Stream entlang“. In meinem jugendlichen Leichtsinn hatte ich in einer kurzen Vision das Schwarzatal vor mir, inkl. schönem, breitem Wanderweg. Eigentlich musste mir da schon klar sein, dass das ein unerfüllbarer Traum war. Was für ein Tag - 30 km durch den Busch, hoch, runter, Wurzeln ohne Ende, hoch, runter, Matsch, hoch, runter – wenn es gut ging, 2 km/Stunde. Früh um 7 Uhr liefen wir los. Am Abend, im Dunkeln und mit Stirnlampe, verließen wir nach 21 Uhr den Busch. Allerdings ohne einen Platz zum Schlafen. Wir hatten die Zeit und die Anstrengung einfach unterschätzt. Wir überlegten bereits, auf einem kleinen Parkplatz in unserer langen Kleidung plus Regenkleidung auf einer Bank zu schlafen, als ein Auto kam. Wir fragten den netten spanischen Urlauber, ob er uns auf einen kleinen Zeltplatz fahren kann. Es hatte geklappt und um 22 Uhr fielen wir fix und fertig in unser Zelt.

27.10. - 03.11.2024 - von Kerikeri nach Whangarei (km 225 - 400) 

Gut ausgeruht geht es weiter, von Kerikeri nach Paihia. Im Black Forest fühlte es sich an, als ob wir gleich um die Ecke entscheiden, ob wir nach Bad Schandau oder zur Festung Königstein wollen. Und dann kamen wir aus dem Wald raus und vor uns lag der türkisfarbene Pazifik, einfach nur atemberaubend. Hier in Waitangi wurde 1840 der Vertrag unterzeichnet, der den Maori dauerhaft ihre Besitzrechte und die Kontrolle über ihr Land sichern sollte, welches immer mehr von den europäischen Siedlern besetzt wurde. 

In Paihia hatten wir einen kleinen, feinen Zeltplatz direkt in einer Bucht für eine Nacht gefunden. Am nächsten Morgen ging es dann mit der Fähre nach Okiato und in einer langen Straßentour zur „Farm“. Die 13 km Straße haben wir etwas abgekürzt, indem wir den Daumen rausgehalten haben. Das kleinste Auto auf der Strecke mit einer tollen Frau am Steuer hat uns 6 km bis zum Wald mitgenommen. Hier ging es zu Fuß noch weit nach oben. Die „Farm“ ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, von jungen Leuten geführt, die sehr gut nach Friedrichshain gepasst hätten (Kleidung, Aussehen, Lebensauffassung, Miniramp fürs Skateboarding im großen Garten). Dort gab es einen Platz für unser Zelt, freilaufende Ferkel, die von großen Hunden bemuddelt wurden, und wunderbaren, frischen Kaffee. 

Da der nächste Abschnitt zu lang für uns war, haben wir eine Nacht auf einer kleinen Wiese im Wald übernachtet, auf einem Minizeltplatz. Hier saßen alle Wanderer nachts mit einem Schlag in ihren Zelten, als im Nachbarzelt ein Opossum sich durchs Zelt genagt hatte und sich an den Essensvoräten vergriff und ein riesigen Lärm verursachte, als es dabei erwischt wurde.

Am Morgen ging es weiter nach Whananaki und am Tag darauf nach Ngunguru. Nach einigen unfassbar schönen privaten Buchten, mit entsprechend großen Häusern, die wir umgehen mussten, und nach einem Gang durch eine große Herde mit Kühen und ihren Kälbern (meine Güte, hatten wir einen Schiss) kamen wir mal wieder an eine lange Straße. Aus Jux und Tollerei hielt Jörg den Daumen beim ersten Auto raus und sofort wurde eine Vollbremsung eingeleitet. Das junge Paar stapelte unsere Rucksäcke in eine Werkzeugkiste hinten auf dem Auto und den großen Hund in die andere Werkzeugkiste und wir stapelten uns im Auto. Der Fahrer war ein selbstständiger mobiler Metzger, fuhr uns noch zu sich nach Hause, zeigte uns alles und Jörg kam mit 4 großen Steaks für sich und einem Glas Manouka-Honig zurück. Wir konnten so einen ruhigen Tag in Whananaki verbringen, die Möwen beobachten, bis am Nachmittag der Fährmann uns auf den Zeltplatz auf der anderen Seite des Flusses übersetzte. Was für ein Einod von Zeltplatz hier auf uns wartete … so ein wunderschöner Platz. James, der Besitzer, erklärte uns noch die Ebbe- und Flutzeiten für die nächsten 2 Tage und ab ging es in ein kleines, feines Holzhaus - inkl. einem richtigen Bett.

Die große Herausforderung für mich auf dieser Reise (und unseren Reisen davor) ist nach wie vor das Wasser. Flussüberquerungen haben wir hier in Neuseeland mehr als genug. Jörg ist die 300 m durch den Fluss als erster durch. Kam dann zurück, um meinen Rucksack trocken rüberzubekommen und mir Sicherheit zu geben. Dass er bei seiner Überquerung den ersten großen Stachelrochen einige Zentimeter neben sich gesehen hat, hat nicht sonderlich zu meiner Beruhigung beigetragen. Aber auch das haben wir gemeinsam geschafft - und dann kam der Matsch in einem kleinen Stück Mangrovenwald – und wieder Straße … und der nächste große Fluss. Hier haben wir uns gegen eine Überquerung entschieden und sind lediglich durch den Fluss und die Mangroven zu Rose und ihrem kleinen Zeltplatz gelaufen. Die Angst vor der Überquerung am nächsten Tag, hielt mich die halbe Nacht munter. Und dann kam alles anders, Rose hat uns und noch 4 weitere Walker mit einer Nussschale und einem Kajak sehr abenteuerlich über den Fluss geholfen. Nach einem Marsch über den Kauri-Berg und einige Wiesen kamen wir am Ocean-Beach an. Wellenreiter (für die dieser Strand so berühmt ist) haben wir nicht angetroffen, dazu war auch zu wenig Wind - was uns sehr gelegen kam. Am nächsten Tag gab es noch einmal einen zu bezwingenden Berg und Wald, inkl. sehr viel Wind - in 6 Stunden haben wir 7 km hoch und runter geschafft (1.230 m nach oben). Zum Abschluss dieser Etappe gab es vor dem kleinen Zeltplatz noch eine riesige Portion Pommes und für Jörg frittierten Fisch. 

400 km sind wir inzwischen gelaufen - wir sind selber ganz erstaunt, wie gut wir uns inzwischen eingelaufen haben. Diese Strecke war sehr, sehr abwechslungsreich, auch wenn uns die viele  Straßenlatscherei sehr anstrengt hat. Berge, Wälder, jeden Tag der Blick auf den Pazifik. Wir haben bis jetzt großes Glück mit dem Wetter.

16.10. - 26.10.2024 - von Kaitaia nach Kerikeri (km 125 - 224)

Da Jörgs rechter Fuß durch die Belastung des Rucksackgewichts und der langen und ungewohnten Strecken am Strand überlastet und angeschwollen war, haben wir den nächsten Abschnitt etwas langsamer angehen lassen. Wir sind mit dem Auto bis nach Takahue gefahren. Dort haben wir für eine Nacht im wunderschönen und friedvollen Krishna Sanctuary zelten können. Wir wurden mit sehr, sehr leckerem und nahrhaftem Essen bewirtet und konnten im Bio-Garten zwischen Bananen-, Avocado- und Orangenbäumen unser Zelt aufschlagen. Bhakti!

Am 17.10. ging es dann um 7 Uhr los in die Berge, in den Raetea Forest. Von denen wir so viel gehört haben, berüchtigt für den schlammigen Aufstieg. Was soll ich sagen - Schlamm gab es mehr als genug. Wir sind bis zu den Waden im Schlamm versunken, sind ausgerutscht und gefallen. Jörg ließ irgendwann einen Brüller los, als sein Schuh im Schlamm stecken blieb und nur noch mit einer Halterung der kleinen Gamasche am Bein verbunden war. Ich habe den Schuh aus dem Schlamm herausholen können. Nach 10 km/10 Stunden haben wir am ersten Gipfel auf 750 m unser Nachtlager aufschlagen können. Am nächsten Tag ging es ein klein wenig besser runter und hoch, den Schlamm geküsst habe ich trotzdem mehr als einmal. Überglücklich sind wir nach weiteren 14 km/10,5 Stunden im Tal an einem kleinen Bach auf unserem Zeltplatz angekommen. Total verschlammt und erschöpft. 

Am 19.10. hatten wir einen Easy-Walk rein in den Omahuta-Puketi-Forest. Breite, leicht zu laufende Wirtschaftswege, durch Weide und Wälder, über kleine Bäche und Wasserfälle. Da das Wasser nicht zu hoch war und kein Regen angesagt war, konnten wir nach einer erholsamen Nacht den 2 stündigen Weg durch den Canyon des Waipapa-River starten - durchs Wasser, über Sand-/Steinbänke, links und rechts ging es hoch in den wunderschönen und dichten Wald. Am Ende wartete noch eine tiefere Furt auf uns. Eigentlich nicht schwer, wenn man den Eingang nicht verpasst. Wenn man wie wir den Eingang verpasst, dann kann es haarsträubend werden. An einer schmalen Felskante am Flussrand entlang, knietief im Wasser, an Wurzeln festhaltend, mit schwerem Rucksack. Unter uns ging es tief in den Fluss. Als ich abrutschte und reinfiel und mich wieder in mehreren Anläufen hochkämpfte, musste ich an euch denken, lieber Max, Janina und Holger: Micaela, du hast die Kraft, schieben, nicht ziehen. Das Klettern und Bouldern mit euch hat mir im Matsch-Forest und beim Sturz in den tiefen Fluss so sehr geholfen - ihr wart mit dabei. Danach ging es noch mehrere Stunden durch einen sehr schönen Wald, die Wege manchmal nur 1-2 Fuß breit, daneben ging es steil bergab. Einige sehr alte Kauri-Bäume  standen am Wegesrand, diese riesigen, hohen Bäume, die bis zu 4.000 Jahre alt werden können, wenn wir Menschen sie denn lassen. In Sagen der Maori heißt es, dass die Seelen der Verstorbenen auf ihrer Reise ans Cape Reinga in den Kronen der Kauri in diesen Wäldern Rast machen. Am frühen Abend erreichten wir das Blackbridge Road Campsite, ein wunderschöner kleiner Zeltplatz. Da in der nächsten Stadt alle Hostels ausgebucht waren und Jörgs Fuß wieder angeschwollen war, entschieden wir uns kurzfristig, 3 zusätzliche Tage auf diesem schönen Zeltplatz zu bleiben. Wir hatten sehr interessante Gespräche mit den Forstarbeitern/Wildhütern und sie luden uns dann in die Hütte ein, um dort zu übernachten und Kaffee zu trinken. Jörg hat sich so etwas über das Schinken-Zwiebel-Sandwich gefreut, eine erfreuliche Abwechslung zu unserem Nudel-/Kartoffenbrei-Pamps auf dieser Etappe. Am 24.10. machten wir uns dann auf die letzten 30 km nach Kerikeri auf, ein Easy-Walk durch Farmland, schöne Wälder, vorbei an hohen Wasserfällen. Die letzten Kilometer haben uns noch einmal viel Kraft abverlangt, nicht immer kann man sich auf Google-Maps verlassen und muss auf den letzten Metern noch einmal einen Umweg von 3 km laufen, da der eingetragene Weg nicht vorhanden ist. Hier in Kerikeri haben wir ein sehr schönes Hostel gefunden. Da für Samstag Sturm und Gewitter angesagt sind, haben wir noch eine Nacht verlängert und am Sonntag geht es dann auf den nächsten Abschnitt. Bis dahin genießen wir das weiche Bett, die heiße Dusche und viel Salat und frisches Obst.

10.10. - 15.10.2024 - 90 Miles Beach von Cape Reinga nach Kaitaia (km 0 - 124)

ENDLICH … komplett überwältigt stehen wir am Cape Reinga. Hier trifft der Pazifische Ozean auf die Tasmanische See und Maori-Legenden erzählen, dass hier die Seelen der verstorbenen Maori in den Ozean springen, um sich auf ihre letzte Reise in das Heimatland ihrer Ahnen (Hawaiki) zu begeben.
Für Jörg ist es ein ganz besonderer Moment. Er stand hier schon einmal vor 21 Jahren und hatte sich ganz fest vorgenommen, hier noch einmal zu sein.
Mein Kopfkino und leise Zweifel an mir sind verschwunden, jetzt sind wir draußen, jetzt laufen wir los - es fühlt sich alles richtig an. 
Der erste Tag mit 13 km war ein angenehmer Start. Die nächsten 3 Tage mit jeweils ca. 30 km schon eine andere Hausnummer. Wunderschön und gleichzeitig anstrengend. Wir erlebten alles: Sonne, Wind, Meer, Sand, Wolken und Regen. Die Muscheln, von Fingernagelklein bis Handgroß, in allen Farben (weiß, rosa, rot, gelb, orange, blau, grün, schwarz, marmoriert, gestreift, glitzernd, schillernd) hatten es mir angetan. Wir haben auch jeden Tag Menschen beobachten können, die „Pipis“ (Muscheln) ausgegraben und gesammelt haben. Sobald Ebbe war, haben wir Felder mit Sanderhöhungen gesehen. Kurz darauf waren oft Muschelspitzen zu erkennen.  
Die Nächte verbrachten wir im Zelt. In der vorletzten Nacht wurde ich munter, als ich seltsame Schritte vor dem Zelt hörte und ein lautes Schnaufen. Als ich das Zelt öffnete, erstarrte ich, da ein großes, schwarzes Pferd vor dem Zelt stand. Jörgs Schlaf war mir in dem Moment wurscht. Ich musste ihn wecken, weil ich die Situation überhaupt nicht einschätzen konnte. Alles war dann friedlich, das Pferd zog weiter und wir konnten weiterschlafen.
Auf die letzten Kilometer sind wir in strömenden Regen und Sturmböen gekommen. Wir haben uns für diesen Abend eine kleine Hütte (auf einem bewirtschafteten Campingplatz) genommen und haben das Bett mit der weißen, frischen Bettwäsche und der heißen Dusche sehr genossen - danke ihr wunderbaren Charlottenburger Yoginis :-)
Da der Waldweg vom Strand nach Kaitaia aufgrund einer Baumkrankheit gesperrt war, sind wir 14 km an der Straße gelaufen. Nun noch ein Erholungstag mit Zeit zum Einkaufen, Wäsche waschen, frischen Salat essen und Beine hochlegen. 
Auf den nächsten Abschnitt sind wir sehr gespannt, es geht 90 km durch den Wald.

07.10. - 09.10.2024 - von Auckland nach Kaitai

Gesundheitlich noch etwas angeschlagen ging es mit dem Bus von Auckland über Kerikeri nach Kaitaia. Wir sind am Pazifik langgefahren mit wunderbaren Blick, zum Beispiel auf die Bay of Island. Bei Sarah haben wir eine schöne Unterkunft für 2 Nächste gefunden. Wir haben unsere Lebensmittel für die nächsten Tage gekauft und tiefenentspannt auf der Terrasse gesessen und es uns gut gehen lassen. Heute Nacht schlafen wir auf dem Zeltplatz am Tapotupotu Bay, dem nördlichsten Zeltplatz von Neuseeland, bevor es morgen endlich losgeht.

29.09. - 06.10.2024 - von Berlin über Dresden nach Auckland

Die letzten Tage hat es mich gesundheitlich komplett ausgeknockt hat und ich lag mit Schüttelfrost und mit einem grippalen Infekt zwei Tage vor Abflug im Bett. Jörg musste sich alleine um die letzen Dinge kümmern. Jörg und seine Familie haben mich wieder halbwegs fit bekommen. Jetzt ist es soweit, nach so vielen Jahren des Träumens und nach 2 Jahre Planung sitzen wir am Prager Flughafen (herzlichen Dank Tobias für den tollen Fahrservice). 
Von Prag ging es nach Wien, von dort aus weiter nach Shanghai und nach 8 Stunden Aufenthalt weiter nach Auckland (Air New Zealand hat eindeutig den besten Service und das beste Essen). Nach 33 Stunden sind wir gut gelandet. Der befürchtete Zoll in Auckland war sehr nett und gnädig mit uns und das komplette Gegenteil von Shanghai. 
Mir geht es inzwischen gesundheitlich entschieden besser, dafür hat es Jörg jetzt erwischt. Wir verbringen etwas Zeit im Zentrum von Auckland, um unsere Ausrüstung zu vervollständigen und ein Gefühl für die Lebensmittel und Preise zu bekommen. Ansonsten schonen wir uns, um wieder vollständig gesund zu werden.